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Globaler Erdüberlastungstag dieses Jahr am 2. August – Aktionsbündnis aus Rheinland-Pfalz fordert eine Verkehrswende

In diesem Jahr erreicht die Welt den sogenannten Erdüberlastungstag am 2. August. An diesem Tag hat die Menschheit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die ihr für dieses Jahr rechnerisch zur Verfügung stehen. Den Rest des Jahres wird die Menschheit also ‚auf Pump‘ leben, die verbrauchten Rohstoffe können nicht mehr von den Ökosystemen erneuert werden.

Unter anderem die hohen Emissionen im Verkehrssektor tragen dazu bei, dass der Erdüberlastungstag im Kalender immer weiter nach vorne rückt. Allein in Deutschland verursacht der Verkehrssektor ein Fünftel der klimaschädlichen Treibhausgase.

Der Verkehrssektor hat bisher sämtliche Klimavorgaben verfehlt und auch die Klimaziele 2030 sind nur mit einer grundlegenden Verkehrswende einzuhalten. Wir brauchen ein neues Verständnis von Mobilität und müssen Verkehr im großen Umfang vermeiden“, so Michael Ullrich, Experte für Verkehr beim BUND Landesverband Rheinland-Pfalz.

Deshalb nimmt das Aktionsbündnis RLP bewegt was in diesem Jahr mit seiner Aktion zum Erdüberlastungstag den Verkehrssektor in den Fokus und startet eine Mitmachaktion. „Alle Menschen in Rheinland-Pfalz, ob jung oder alt, können mit ihrem Handabruck die Politik auffordern, endlich die Weichen zu stellen für eine Verkehrswende“, so Edda Treiber von der Lokalen Agenda 21 Trier e.V. und Sprecherin des Aktionsbündnisses.

Alle Informationen zur Aktion und wie man mitmachen kann, finden sich auf der Seite www.la21-trier.de/overshootday. Die Aktion läuft bis zum 31. Juli. Am 1. August werden Vertreter:innen des Bündnisses die gesammelten Handabdrücke an die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmitt übergeben.

Das Bündnis fordert von der Landes- und Bundesregierung:

  • Infrastrukturwende sofort: Güterverkehr auf Schiene und Schiff verlagern, nachhaltige Mobilität fördern

  • Zum Schutz knapper Ressourcen muss Verkehr in großem Umfang vermieden werden

  • Kapazitätserweiterung nur noch für Infrastrukturvorhaben klimafreundlicher Verkehrsträger (Rad- und Schienenwege)

  • Offensive für den öffentlichen Nahverkehr, der das ganze Land erschließen muss

  • Stillgelegte Bahnstrecken im Land reaktivieren und Regio-Bahn- und Tramkonzepte in den Ballungszentren und ihren Einzugsgebieten umsetzen

  • Lebenswerte Städte und Ortschaften: Den Fußverkehr durch breite Gehwege mit viel Grün wieder attraktiv machen und einen sicheren, zügigen Radverkehr auf durchgängigen Routen inner- wie außerorts ermöglichen

  • Nachhaltige regenerative Energien im Verkehr einsetzen, auf synthetische Kraftstoffe verzichten

  • Sozialverträglicher Abbau umweltschädlicher Subventionen (z.B. des Dieselprivilegs und des Dienstwagenprivilegs). Stattdessen Senkung des Preises des jetzigen 49-Eurotickets auf sozialverträgliche 29 Euro

  • Einführung eines Tempolimits: Dadurch wird der Autoverkehr ohne kostenintensive Maßnahmen sicherer, ressourcenschonender, stauärmer sowie innerorts fuß- und radverkehrsfreundlicher

Zum Hintergrund

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erdüberlastung erreicht ist (Earth Overshoot Day). Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenübergestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Lebewesen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise haben.

Im Aktionsbündnis RLP bewegt was haben sich verschiedene Umwelt- und Bildungsorganisationen, kirchliche Gruppen und Gewerkschaften zusammengeschlossen. Das Aktionsbündnis wird koordiniert vom Eine Welt-Promotor:innen-Programm in Rheinland-Pfalz. Die Eine Welt-Promotor:innen vernetzen Akteur:innen der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und unterstützen bürgerschaftliches Engagement durch Beratungs- und Koordinationsangebote.

Mehr Infos unter www.elan-rlp.de/promotorenprogramm.

Beteiligte Organisationen

Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Rheinland-Pfalz

Bund der Deutschen Katholischen Jugend Diözesanverband Mainz

Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland – Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

BUNDjugend Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

Bürgerinitiative Energiewende Mainz

Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) e.V.

Greenpeace Trier

Haus Wasserburg

Jugendzentrum „Auf der Höhe“ Trier

Kolpingwerk Diözesanverband Mainz

Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

Lokale Agenda 21 Trier e.V.

Naturschutzbund Mainz und Umgebung e.V.

Naturschutzjugend Rheinland-Pfalz

Scientists for Future Regionalgruppe Trier

UrStrom BürgerEnergieGenossenschaft Mainz eG

Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

Weltladen-Dachverband e.V.

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